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THAILAND – Weberinnen der Hoffnung

Wanapha ist neunzehn. Sie stammt aus einem Bergdorf in der nordöstlichen Region Thailands, dem Isan. Die Menschen im Isan sind arm. Der karge Boden gibt nicht viel her, und die meisten Bauern sind froh, wenn sie wenigstens eine Kuh oder ein paar Hühner und Ziegen besitzen. Als Wanapha sechzehn war, erschienen fremde Männer im Dorf und sprachen mit den Familien. Man suche Arbeitskräfte für die Hotels von Pattaya, sagten sie. Wanaphas Eltern zögerten, aber dann stimmten sie zu, dass ihre Tochter in die große Stadt im Süden gehen und Geld für die Familie verdienen solle.
fairer-handel-thailandDer Traum von einem besseren Leben in Pattaya erwies sich als Betrug, das „Hotel“ in dem Wanapha arbeiten sollte, war ein Bordell für Sextouristen. Sie floh und kam in Kontakt mit den Schwestern vom Guten Hirten. Der Orden unterhält seit 1981 in Nong Khai ein Berufsbildungszentrum. „ISAN-Weaving“ ist ein Projekt, das junge Mädchen und Frauen im Weben und im Kunsthandwerk schult. Alle Auszubildenden finanzieren ihren Lebensunterhalt durch den Verkauf ihrer Produkte. Sie lernen tradi-tionelle Methoden des Webens, benutzen Naturfarben und stellen Kleidung, Taschen und andere Artikel her. Jetzt hat Wanapha einen Ausbildungsplatz und kann einen Teil ihres Einkommens dazu verwenden, ihre Familie zu unterstützen.