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KENIA – Der Korb des Moses

Das „Euphrasia-Zentrum“ in Nairobi wurde 1995 gegründet. Es war die Antwort der Schwestern vom Guten Hirten auf die Not junger Mädchen und Frauen in den Slums von Nairobi. So wie Nanda sind viele dieser Mädchen Waisenkinder, Opfer von Bürgerkriegen oder Flüchtlinge. Die wenigsten hatten Gelegenheit, eine Schule zu besuchen. Nanda wurde mit 15 Jahren von ihrer Familie mit einem Mann verheiratet, der sie bald nach der Geburt ihres Sohnes verließ. Sie stand allein da und wurde „wegen der Schande“ von ihrer Familie verstoßen. fairer-handel-keniaNanda versuchte sich durch zuschlagen, geriet zeitweise in die Fänge von Mädchenhändlern und stieß dann per Zufall auf die Schwestern vom Guten Hirten. „Die haben mich und mein Kind gerettet“, sagt Nanda heute.
Im „Euphrasia-Zentrum“ erhielt Nanda eine Schulausbildung und lernte das traditionelle Handwerk des Korbflechtens. So wie sie werden jährlich rund 40 Mädchen und Frauen betreut und ausgebildet. Von dem Erlös ihrer Handarbeit kann Nanda heute für sich und ihren Sohn sorgen. Sie ist sehr geschickt und hat schon eine klare Zukunftsperspektive: Sie möchte selber Ausbilderin im Euphrasia-Zentrum werden und anderen Mädchen helfen. „Beim Flechten denke ich immer daran, dass es auch nur ein kleiner Korb war, der Moses vor dem Ertrinken gerettet hat,“ sagt sie lächelnd.