Fairer Handel - Seite: 1 2 3 4 5

PARAGUAY – Muster des Lebens

Brigida und Digna arbeiten in einer Frauengruppe in Asuncion. Sie fertigen „Ñandutí“ – feine Kunsthandwerksarbeiten mit Spitze. Im 16. Jahrhundert wurde diese Technik von den Spaniern eingeführt und von den Guarani-Indios übernommen. Eine kunstvolle Arbeit, die heute meist schlecht bezahlt wird. Also riefen die Schwestern vom Guten Hirten das Programm „Teko Joja“ ins Leben, um armen Künstlerinnen einen fairen Preis beim Verkauf ihrer Produkte zu garantieren und die Ausbeutung ihrer Arbeitskraft zu verhindern. fairer-handel-paraguayTeko Joja bietet 280 Frauen die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten und Begabungen zu nutzen und vom Erlös ihrer Arbeit sich selbst und ihre Familien zu ernähren. Sie fertigen Tischdecken, Bezüge und Kleidung. Es gibt 72 verschiedene Muster, die aus der Erfahrungswelt der Indios stammen und in leuchtenden Farben auf den Stoff appliziert werden.
Viele der Frauen sind alleinerziehende Mütter oder Alleinverdiener. Brigida ist zudem nach einem Unfall körperbehindert und hat auf dem normalen Arbeitsmarkt keine Chance. Für Digna, die bereits seit acht Jahren für „Teko Joja“ arbeitet, geht es um mehr als nur um den Lebens-unterhalt: „Dass wir die traditionellen Handarbeiten unseres Volkes in aller Welt verkaufen können, macht uns stolz. Jetzt können wir den jungen Leuten sagen: Seht ihr, es lohnt sich, fleißig zu sein.“