Leitbild
Deutschen Provinz der Schwestern vom Guten Hirten

Zielrichtung

Das Leitbild der Deutschen Provinz der Schwestern vom Guten Hirten fasst die Kerngedanken der Ordensgemeinschaft zusammen. Diese Kerngedanken geben den Mitarbeitenden in den Einrichtungen eine Grundorientierung für die Erfüllung ihrer jeweiligen Aufgaben und gründen auf dem Selbstverständnis, als Teil der Kirche zu handeln.

Damit sie das Leben haben… Leben grenzenlos.

Eine Idee mit Weltweite.

Die Ordensgemeinschaft der Schwestern vom Guten Hirten wurde 1835 von der Französin Maria Eufrasia Pelletier (1796 – 1868) gegründet. Die Ordensgründerin war eine weit voraus denkende, progressive Frau. Sie besaß Mut zu Visionen, hatte Organisationstalent und die Fähigkeit, Menschen zu begeistern und einzubinden in eine große Aufgabe. Vor allem hatte sie unerschütterliches Vertrauen in einen menschenfreundlichen Gott, der wie ein Hirte für die Menschen sorgt.

Zu dem weltweiten Werk des Guten Hirten gehören die Schwestern vom Guten Hirten mit einer apostolischen und einer kontemplativen Lebensform und die Freunde vom Guten Hirten, eine ökumenische Gemeinschaft von Männern und Frauen. Ein großer Stab von fachlich und persönlich qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie ehrenamtlich Tätige unterstützen und tragen das Werk des Guten Hirten maßgeblich mit. Durch individuell angepasste Hilfen und Dienstleistungen kann somit auf vielfältige Weise Menschen in verschiedenen Lebenssituationen und Problemlagen begegnet werden.

Neben der Tätigkeit in großen Einrichtungen sind in den letzten Jahren Ordensangehörige zusammen mit ehrenamtlich engagierten Menschen in gemeindenahen Schwerpunktprojekten tätig.

Es geht aber auch um gesellschaftspolitisches Engagement. Dieser Einsatz kommt durch einen Status als Non-Government-Organisation (NGO) mit Beraterstatus beim UN-ECOSOC verstärkt zur Wirkung. In Ergänzung zu der „Hilfe vor Ort“ ist die politische Tätigkeit ein wichtiges Instrument, um mitzuarbeiten „…an der Veränderung jener Umstände, die andere Menschen zu einer Randexistenz verurteilen.“ (Konstitutionen der Schwestern vom Guten Hirten Art. 6)

Damit sie das Leben haben… ihr Leben.
Schwerpunkte unseres Einsatzes

Ursprünglich richtete sich die sozial-caritative Tätigkeit der Schwestern besonders an Kinder, Mädchen und Frauen in Notsituationen.

In Deutschland gibt es heute Einrichtungen und Dienste der Hilfe für Kinder und Jugendliche, für Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen sowie alte Menschen. Außerdem werden Frauenschutzwohnungen, Hospizarbeit, Pfarrseelsorge/Pastorale Diakonie und psychosoziale Betreuung für vereinsamte alte Menschen als Schwerpunktprojekte durch kleine Konvente der Schwestern flexibel und bedarfsgerecht angeboten und umgesetzt.

Als internationale Gemeinschaft richten die Schwestern vom Guten Hirten ein besonderes Augenmerk auf alles, was dem Leben und der ganzen Schöpfung, der Gerechtigkeit und dem Frieden in der Welt dient.

Damit sie das Leben haben… gemeinsam in Richtung Leben.
Das Pastorale Führungsmodell – unser Leitbild

Jede Einrichtung setzt in ihrem fachlichen Wirken unterschiedliche Akzente. Sie richtet sich jedoch an einem Leitbild aus, das für alle Mitarbeitenden verbindlich ist. Dieses Leitbild, das Pastorale Führungsmodell der Schwestern vom Guten Hirten (PFM) versteht sich als grundsätzliches Orientierungsmuster. Es zieht sich als „roter Faden“ durch sämtliche Einrichtungen – egal, welcher fachliche Schwerpunkt umgesetzt wird. Durch die Ausrichtung an einem gemeinsamen Leitbild soll sich das Zusammenwirken aller Mitarbeitenden intensiv gestalten und ausbauen.

Der Name „Pastorales Führungsmodell“ verweist auf die Besonderheit dieses Leitbildes. Der Begriff „Pastoral“ zielt auf den Kern unseres Wirkens – die Hirtensorge. Sich symbolisch als Hirte oder Hirtin zu verstehen meint, den Menschen als ganzheitliche Persönlichkeit zu sehen und ihm so zu begegnen, dass er sich seines Wertes und seiner Würde bewusst werden kann. In Verbindung damit steht der Begriff „Führungsmodell“. Es geht um eine besondere Art von Unternehmensführung: Führung, die wertorientiert ist, auf einer Tradition aufbaut und den Mitarbeitenden eine zentrale Stellung zuweist.

Dieses Pastorale Führungsmodell ist in der Tradition der Gründung und Führung des weltweiten „Unternehmens“ durch Maria Eufrasia Pelletier verankert. Der Grundsatz Maria Eufrasia Pelletiers „Ein Mensch ist mehr wert als die ganze Welt“ realisiert sich anhand dieses professionellen Führungsansatzes, der als Richtschnur für gemeinsames Handeln gilt und dessen einzelne Prinzipien als Leitbild formuliert sind.

Aus den einzelnen Elementen des PFM leiten sich die Qualitätsziele des Trägers ab. Sie sind für alle Einrichtungen Leitlinien. Sie erfahren ihre Konkretisierung in den formulierten fachspezifischen Qualitätsstandards sowie in den Verfahrens- und Arbeitsanleitungen der einzelnen Einrichtungen. Bewusst wählen wir Ziele für die Formulierung des Leitbildes. Dies macht deutlich, dass es sich bei einem Leitbild um Ideale handelt, die uns als Dienstgemeinschaft den Weg weisen. Sie sind in unserem Alltag immer wieder Herausforderung und Vision.


 

Der Schöpfer und Urgrund allen Lebens,
GOTT, der Freund des Menschen.

Ziel unseres gemeinsamen Wirkens ist es, den Menschen so zu begegnen, dass sich jeder in seiner Einmaligkeit erfahren kann. Durch unsere Haltung bringen wir die Grundüberzeugung zum Ausdruck,

  • dass jeder Mensch mit Würde und Einzigartigkeit ausgestattet ist,
  • dass menschliches Leben auf Dialog und Gemeinschaft verwiesen ist und
  • dass jeder Mensch einen unverwechselbaren Auftrag in dieser Welt zu erfüllen hat.

Erfahrbar- und Sichtbarmachen 
der Liebe des Guten Hirten.

Ziel ist es, die Liebe des Guten Hirten in unserem Handeln konkret erfahrbar und sichtbar werden zu lassen,

  • durch pädagogische, heilpädagogische, pflegerische und therapeutische Angebote und Maßnahmen, je nach Einrichtungsart,
  • durch seelsorgliche Angebote und
  • durch unser Zusammenwirken als Dienstgemeinschaft, die sich unterstützt, ergänzt und ermutigt.

Zum Heil des Menschen, besonders
für Mädchen und Frauen in Not.

Ziel unsers Wirkens ist,

  • dass wir den ganzen Menschen sehen und erfassen, d.h., wir verstehen unsere Hilfe als ganzheitliches Angebot, um Menschen zu begleiten, sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu fördern und Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten.

Orientierung gebende
und befähigende Strukturen.

Ziel ist,

  • innerhalb unserer Einrichtungen Strukturen zu schaffen und zu wahren, die Orientierung geben und sowohl Einzelne als auch Gruppen befähigen, ihre Aufgaben bestmöglich und mit Zufriedenheit zu erfüllen.

Die einzelne Person
als Verantwortungsträgerin.

Ziel ist,

  • alle Mitarbeitenden in ihrem Verantwortungsbewusstsein zu stärken und so zu motivieren, dass sie sich in hohem Maße mit den Einrichtungszielen identifizieren und an deren Umsetzung aktiv beteiligen können.

Situation und Zeit

Ziel ist,

  • im Blick auf Situation und Zeit die Umsetzung unseres Auftrages zu überprüfen und auszuwerten,
  • persönliche und organisatorische Weiterentwicklung und Innovation zu ermöglichen auf dem Boden von Wirtschaftlichkeit und Subsidiarität.


Leben und Werk
Maria Eufrasia Pelletiers (1796 – 1868)

Ziel ist,

  • die Gründerpersönlichkeit Maria Eufrasia Pelletier „lebendig“ zu halten und von ihren ursprünglichen Ideen sich im Heute herausfordern zu lassen.

Dankbarkeit, Vertrauen, Barmherzigkeit, Freude.

Ziel ist schließlich,

  • in unseren Einrichtungen eine Atmosphäre des gegenseitigen Vertrauens, der Freude, Wertschätzung und Toleranz zu erhalten, in der jeder und jede Einzelne sich persönlich entfalten kann.