Haus vom Guten Hirten

Haus vom Guten Hirten

Maria-Droste-Haus

Hofheim am Taunus

Über uns

Schwesternkonvent

Heute, im Jahr 2024 , leben im Maria-Droste-Haus 6 Schwestern vom Guten Hirten, sowie 3 Zions-Schwestern.

Der Schwesternkonvent des Maria-Droste-Hauses in Hofheim ist ein Teil der weltumspannenden Gemeinschaft der Schwestern vom Guten Hirten. Zu ihr gehören ca. 3.000 Schwestern in 70 Ländern der Erde mit etwa 700 Niederlassungen. Alle Ordensangehörigen haben in jüngeren Jahren in den Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, der Behinderten- und Altenarbeit gewirkt. Jetzt, wo Alter und sonstige Beschwerden die Aktivität beschränken, bleibt ihnen das Interesse am Gesamtwerk, das sie nun intensiv betend unterstützen.

Mehr über den Orden erfahren Sie hier bei  www.guterhirte.de ↗

Jährliche Begegnungstage mit Schwestern aus anderen Regionen Deutschlands dienen der Kommunikation über Hofheim hinaus und stärken das Gefühl der Zusammengehörigkeit.

EIN GEISTLICHER ORT IM MARIA-DROSTE-HAUS ZU HOFHEIM

Seit Anfang letzten Jahres leben mit den Schwestern vom Guten Hirten die beiden Franziskaner Br. Norbert Lammers und Br. Helmut Schlegel. Sie hatten bis Ende 2022 im Exerzitienhaus Hofheim gelebt und nach der Schließung des Exerzitienhauses nach einer neuen Wirkungsstätte für ihre spirituellen Angebote gesucht. 

Die Schwestern haben den beiden Brüdern zwei Appartements zum Wohnen zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus bietet das Maria-Droste-Haus geeignete Räumlichkeiten für Exerzitien im Alltag, Besinnungstage, Auszeiten, Geistliche Begleitung und andere spirituelle Angebote.

In der Klosterkirche liegt der Akzent auf musikalischer Gestaltung zusammen mit einigen begabten Musiker:innen und einer sangesfreudigen Gottesdienstgemeinde. 

Neben den täglichen Gottesdiensten und seelsorglicher Betreuung ist es den Franziskanern Br. Norbert Lammers und Br. Helmut Schlegel ein Anliegen, an diesem Ort neue geistliche Akzente zu setzen. Sie laden zu spirituellen Auszeiten ein, zu Tagen der Stille und Orientierung, zu persönlichen Begleitgesprächen, zu musikalischen Meditationen und zur Teilnahme an Gebet und Liturgie in das Maria-Droste-Haus.

Die meisten dieser Angebote stehen nicht nur den Bewohnern der  Senioren-Wohngemeinschaften offen. Auch Menschen mit spirituellem Bedürfnis aus der Region sind zu den Veranstaltungen herzlich eingeladen. 

Über die Präsenz der Franziskaner

Ein persönlicher Bericht aus dem Alltagsleben im Maria-Droste-Haus
von Bruder Helmut Schlegel

Bei den Schwestern und den Hausbewohner:innen waren wir Franziskaner von Anfang an herzlich willkommen. Hin und wieder werden wir von einzelnen Wohngruppen zum Es-sen oder zu festlichen Ereignissen eingeladen. Zu unseren Aufgaben gehören die seel-sorgliche Betreuung und Einzelbegleitung.

Die Gottesdienste in der Klosterkirche sind auch für externe Besucherinnen und Besucher offen. Offensichtlich wird die neue medita-tive und kreative Gottesdienstgestaltung sehr geschätzt, der Besuch hat deutlich zuge-nommen. Gesegnet mit begnadeten Musiker:innen geben wir dabei der Kirchenmusik und dem Neuen Geistlichen Lied gebührend Raum. Auch die geistlichen Angebote, die wir durch das eigene Programm des Geistlichen Ortes bekanntmachen, sind gut besucht.

Neben Geistlicher Begleitung und Einzelexerzitien, die wir hier am Ort anbieten können, steht eine Reihe von Tagesveranstaltungen auf dem Programm, z.B. „HalteStel-le.HalteStille“, spirituelle Wandertage, „Mystik am Samstag“, Bibelabende, spirituelle Vorträge, Meditatives Singen, Meditation und Tanz. Für geistliche Wochenenden und Gemeinschaftsexerzitien mieten wir uns in Exerzitienhäusern ein.

Highlights waren im Jahr 2023 die vier Veranstaltungen „Klang und Gesang – Musik und Poesie“ mit eigenen und externen Musikern sowie ein Gottesdienst in Gebärdensprache mit Lukas 14 – INTEGRATION UND KULTUR FÜR MENSCHEN MIT BEHINDERUNGEN e.V., Frankfurt/M.

Präsenz im Außen und im Innen

Unsere Präsenz im Außen wird durch die Präsenz im Innen ergänzt. Da ist der Haushalt mit Kochen, Waschen, Putzen. Bruder Norbert hat sich inzwischen nicht nur ausreichende, sondern sehr gute Kochfähigkeiten angeeignet, täglich steht ein warmes Essen auf dem Mittagstisch.

Wir beide treffen uns am Morgen nach der gemeinsamen Laudes um 7:00 Uhr zum Frühstück und am Abend nach der Eucharistiefeier zum Abendbrot. Daran schließt sich nicht selten eine Art Rekreation oder eine abendliche Unterhaltung an. Dank einer gut eingerichteten Küche und einer Waschmaschine können wir alle Haushaltsarbeiten selbst erledigen. Den Einkauf von Lebensmitteln und Getränken hat weitgehend Norbert übernommen, für den Transport haben wir einen energiesparenden und umweltschonenden Elektroroller gekauft.
In die vielfältige Verwaltungsarbeit (Semi-naranmeldung und -bestätigung, Raumbuchung, Monatsabrechnung, Sekretariatsarbeiten u.a.) mussten wir uns erst einarbeiten, ebenso in die Öffentlichkeitsarbeit mit Programmerstellung, Homepagepflege und Newsletter. Da wir beiden Brüder ordensrechtlich der Kommunität der Franziskaner in Großkrotzenburg angeschlossen sind, besuchen wir die dortigen Brüder gerne an den Festen.

Zum Jahreswechsel 2023/2024 blicken wir bereits auf ein Jahr unserer Präsenz im Haus von Guten Hirten zurück. Wir stellen fest, dass es nicht nur ein gutes Jahr für uns selbst war, sondern, dass wir mit dem „Geistlichen Ort Hofheim“ einem spirituellen Bedürfnis der Menschen dieser Stadt und Region entsprechen.

Helmut Schlegel 31.12.2023

Zur Geschichte des Hauses vom Guten Hirten in Hofheim/Taunus

von Bruder Helmut Schlegel

„Schlösschen“ in Marxheim – hier haben die Schwestern von Guten Hirten 1891 begonnen

1891 gründete der Orden ein Kloster in Marxheim. Es begann in einem kleinen Jagdschloss (darum wird das Kloster bis heute „Schlösschen“ genannt). Auf dem Gelände entstand im Lauf von 80 Jahren – unterbrochen von der 1939 erfolgten Enteignung durch die Nationalsozialisten – eine bedeutende soziale Einrichtung mit Mädchenheim, Internat, Haushaltungsschule, Wäscherei-Lehrwerkstätten u.a.

Das Konzept der Sozial- und Jugendhilfe in der Bundesrepublik Deutschland änderte sich in den 1960er- und 1970er-Jahren grundlegend. Jetzt ging es nicht mehr in erster Linie um die Betreuung der Kinder und Jugendlichen, jetzt ging es um pädagogische Ziele wie Partizipation, Eigeninitiative und Inklusion. Dies war auch für die Einrichtung des Hauses vom Guten Hirten in Hofheim-Marxheim der Anlass für einen Kurswechsel. 

 

Ab 1993 gründete der gemeinnützige Verein Montessori-Zentrum e.V. Schritt für Schritt auf dem 14.000 qm großen Gelände am Waldrand eine Bildungseinrichtung nach dem pädagogischen Konzept von Maria Montessori mit Kinderhaus, Grund-, Haupt- und Re-alschule sowie gymnasialer Oberstufe. Das Montessori-Konzept legt Wert auf die Ent-wicklung der Persönlichkeit und Individualität der Kinder und Jugendlichen.

Die Schwestern vom Guten Hirten haben diese Entwicklung nicht nur zugelassen, sondern aktiv unterstützt und dem Projekt des gemeinnützigen Vereins Montessori Zentrum e.V. den Vorzug vor anderen möglichen Verwendungen ihres Grundstücks und ihrer Einrichtung gegeben. Selbst das bisherige Kloster haben die Schwestern im Zuge dieser Veränderungen an das Montessori-Zentrum abgegeben.

Sie zogen sich in das 1974 als Kinderheim erbaute Gebäude zurück, das nun als ordensinternes Alten- und Pflegeheim umgestaltet wurde.

Zur Geschichte des Ordens

von Bruder Helmut Schlegel

Der Orden der Schwestern vom Guten Hirten wurde 1641 vom französischen Missionar Jean Eudes gegründet. Schwester Euphrasia Rosa Virginia Pelletier trat 1814 in diese Gemeinschaft ein und führte sie im Jahr 1835 zur weltweiten Ausbreitung. Europa befand sich zum Beginn des 19. Jahrhunderts in einer sozialen Umbruchszeit. Die schnell voranschreitende Industrialisierung hatte die Verelendung vor allem der arbeitenden Klasse zur Folge. 

Lange bevor Staat und Gesellschaft darangingen, durch eine entsprechende Bildungspolitik, durch Kranken- und Altersversorgung und andere Maßnahmen die Not abzufedern, spürten christlich engagierte Frauen und Männer ihre Berufung zur tätigen Nächstenliebe. 

Es ist die Entstehungszeit vieler caritativer Ordensgemeinschaften. Schwester Euphrasia Pelletier sah die vornehmliche Aufgabe ihres Ordens darin, Mädchen und jungen Frauen, die ins gesellschaftliche Abseits oder in die Fänge der Prostitution geraten waren, eine Heimat und eine sinnvolle Lebensperspektive zu bieten. In Anlehnung an das Gleichnis vom Guten Hirten, der 99 Schafe zurücklässt, um das eine, das sich verirrt hatte, zu retten, stellte sie den Grundsatz auf: „Ein Mensch ist mehr wert als die ganze Welt!“. Dies wurde zur Leitidee ihrer Pädagogik und ihres Engagements. Mit ihrem Organisationstalent und ihrem Durchsetzungsvermögen (nicht zuletzt der kirchlichen Obrigkeit gegenüber) schaffte sie es, viel junge Frauen für ihr geistlich-caritatives Projekt zu begeistern und an vielen Orten Zufluchtsstätten für in Not geratene Frauen und Mädchen zu schaffen. Als sie am 24. April 1868 starb, gab es weltweit bereits 110 Häuser des Ordens.

Die Gemeinschaft der Schwestern von Guten Hirten in Deutschland ist heute zwar klein geworden und überaltert, das Engagement hat sich jedoch durch die Beteiligung vieler haupt- und ehrenamtlicher Mitarbeiter:innen ausgeweitet. Die Einsätze, die sich regional und lokal verschieden gestalten, werden durch ein hohes gesellschaftspolitisches Engagement ergänzt. Die Gemeinschaft hat den Status als Non-Governmental Organisation (NGO) mit Beraterstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen und arbeitet in diesem Bereich unter anderem eng mit der franziskanischen Partnerinitiative Franciscans International zusammen. In den Konstitutionen der Schwestern heißt es, dass es darum geht, mitzuarbeiten „an der Veränderung jener Umstände, die andere Menschen zu einer Randexistenz verurteilen“ (Konstitutionen der Schwestern vom Guten Hirten, Art. 6).